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Elefanten-PatenschaftSchutz für Elefanten und Menschen im Mkomazi-Tsavo-Ökosystem
Mit GPS-Daten, lokalen Teams und Bildungsarbeit für ein friedlicheres Zusammenleben
Im Mkomazi-Tsavo-Ökosystem im Norden Tansanias bewegen sich Elefanten weit über die Grenzen geschützter Gebiete hinaus. Dabei durchqueren sie zunehmend landwirtschaftlich genutzte Flächen und Siedlungsräume. Für die Menschen vor Ort kann das gravierende Folgen haben: zerstörte Ernten, beschädigtes Eigentum, verletzte Menschen und in Einzelfällen tödliche Begegnungen. Auch die Elefanten sind gefährdet, denn aus Angst oder als Vergeltung werden Tiere immer wieder getötet. Rund um den Mkomazi-Nationalpark haben Bevölkerungswachstum, Landnutzungsänderungen und schrumpfende Lebensräume diese Konflikte weiter verschärft. Seit 2018 nehmen Mensch-Elefanten-Konflikte deutlich zu.
1. Elefantenbewegungen sichtbar machen
Ein zentraler Baustein des Projekts ist die Besenderung von vier Elefanten mit GPS-Halsbändern. Die Daten zeigen, welche Wege die Tiere nutzen, wo wichtige Korridore liegen und wann sie sich menschlich geprägten Gebieten nähern. So können Schutzbehörden, Gemeinden und Projektpartner Konflikt-Hotspots frühzeitig erkennen und schneller reagieren. Die gewonnenen Informationen bilden außerdem die Grundlage für einen Managementplan auf Ökosystemebene.
2. Gemeinden für den Konfliktfall stärken
Gleichzeitig stärkt das Projekt die Menschen in den betroffenen Gemeinden. Lokale Elefantenschutzteams - sogenannte Community Response Teams - erhalten Schulungen, Ausrüstung und praktische Unterstützung, damit sie bei Elefanteneinfällen wirksamer und sicherer handeln können. Bisher nutzen viele Gemeinden einfache Mittel wie Lärm, Feuer oder schwache Taschenlampen. Verbesserte Ausrüstung und klare Abläufe helfen, Ernten und Eigentum besser zu schützen und die Bereitschaft zur Koexistenz zu erhöhen.
3. Naturschutzwissen für die nächste Generation
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit. Die Tanzanian Elephant Foundation bringt das Thema Elefantenschutz in Schulen und Gemeinden und vermittelt, warum Elefanten für funktionierende Ökosysteme wichtig sind. Kinder und Jugendliche lernen, wie Konflikte entstehen und wie ein respektvolles Zusammenleben möglich wird. So entsteht langfristig mehr Verständnis für den Schutz der Tiere und für nachhaltige Lösungen vor Ort.
4. Bienenzäune als natürliche Schutzbarriere
Entlang besonders konfliktanfälliger Gebiete schützen Bienenzäune Felder und Dörfer vor Elefanten. Mit einer Länge von 6,1 Kilometern zählt der Zaun zu den längsten seiner Art weltweit. Die Tiere meiden die Bienenstöcke, um schmerzhafte Stiche an empfindlichen Stellen wie Augen oder Rüssel zu vermeiden. Errichtet und betreut wird der Zaun gemeinsam mit Menschen aus den umliegenden Gemeinden. Sie profitieren nicht nur von besser geschützten Ernten, sondern auch von der Honigproduktion, die zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schafft.
Ausblick
Das Projekt verbindet Forschung, praktische Konfliktminderung und lokale Beteiligung. Die Bewegungsdaten der besenderten Elefanten, das Wissen der Gemeinden und die Zusammenarbeit mit Behörden schaffen eine Grundlage für dauerhaften Schutz. Ziel ist ein Mkomazi-Tsavo-Ökosystem, in dem Elefanten sichere Wanderkorridore nutzen können und Menschen besser vor Schäden geschützt sind.
Projektdaten
Projekttitel: Mensch-Elefanten-Konflikte reduzieren durch GPS-Tracking, lokale Schutzteams und Umweltbildung in Tansania
Land/Region: Tansania
Zeitraum: seit 2022
Partner: Tanzanian Elephant Foundation (TEF)
Gefördert / Unterstützt durch: AURO Naturfarben
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