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Baumriesen im Königreich des Kaffees

Baumriesen im Königreich des Kaffees

Projekt des NABU International in den Kaffeewäldern Äthiopiens

Menschen im Kaffa-Wald

Die meisten Wälder in Äthiopien wurden zerstört, indem sie in Ackerflächen umgewandelt wurden und durch Brennholznutzung zerstört. Das hatte neben gravierenden Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt auch klimarelevante Folgen: Erhebliche Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2) wurden freigesetzt und die verbliebenen Wälder können nicht mehr die Mengen an Kohlenstoff speichern wie zuvor. Nach Studien der UN könnte sich die Situation noch verschärfen: Wenn sich der Trend so fortsetzt, wird Äthiopien im Jahre 2020 alle Wälder verloren haben. Gemeinsam mit der äthiopischen Regierung und weiteren Partnern möchte der NABU die verbliebenen Nebelwälder in Äthiopien schützen und für die Bevölkerung nachhaltig nutzbar machen. Die NABU International Naturschutzstiftung unterstützt das Projekt des NABU für Mensch und Natur in Äthiopien.

Offiziell Best-Practice
Bergnebelwald im Kafa Biosphärenreservat

Am 28. Juni 2011 wählte die UNESCO das Kafa-Biosphärenreservat offiziell als Best-practice-Beispiel für internationale Klimaschutzarbeit aus. Grund ist die vorbildliche Zusammenarbeit der äthiopischen Regierung mit dem NABU und die Verbreitung des Konzeptes in Äthiopien.

NABU International wirbt für die Unterstützung eines der ersten UNESCO-Biosphärenreservate in Äthiopien, für das Kafa Biosphärenreservat. Das zu schützende Gebiet ist mit rund 760.000 Hektar etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein. Einen großen Teil der Fläche bedecken immergrüne Nebelwälder, von deren ursprünglicher Größe heute nur noch ein geringer Rest erhalten ist. Die Nebelwälder im Südwesten sind Äthiopiens grüne Lunge. Sie beherbergen zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch eine echte Besonderheit: wildwachsender Kaffee (Coffea arabica), eine genetische Ressource von unschätzbarem Wert. Auffallend sind die neugierigen schwarz-weißen Colobus-Affen, die in Äthiopien eine eigene Unterart bilden. Löwen, Leoparden, Wildkatzen sowie Buschschweine und Antilopen leben dort, sind aber von zunehmender Rodung, Beweidung und sonstiger Waldnutzung stark bedroht. Das Gebiet beherbergt außerdem mehr als 100 Vogelarten und ist daher als wichtiges Vogelschutzgebiet (IBA) ausgezeichnet.

Der Wald als Lebensgrundlage

Wildkaffeesammlung

Die Bevölkerung der Kafa-Region nutzt seit Generationen den Wildkaffee in angepassten Sammelsystemen für den eigenen Konsum. Einen überregionalen Markt gab es dafür bisher nicht. In einem der ärmsten Länder der Welt drängen jedoch, hervorgerufen durch Bevölkerungswachstum und zunehmende Armut, immer mehr Menschen in die Wälder. Gleichzeitig lassen Investoren den urwüchsigen Wald roden, um konventionelle Kaffee- oder Teeplantagen anzulegen. Um diesem Trend entgegenzusteuern, wird gemeinsam mit der Bevölkerung und weiteren Projektpartnern ein nachhaltiges Wald-Management-Konzept entwickelt und Schritt für Schritt umgesetzt. Dazu gehören die Festlegung von Nutzungsrechten und -praktiken, die Entwicklung von Richtlinien zur Entnahme von Waldprodukten sowie der Aufbau eines verantwortlichen Wald-Komitees. Mit einem Zertifizierungssystem soll die Herkunft des Kaffees garantiert und so auch ein höherer Erzeuger-Preis erzielt werden. Begleitet werden diese Aktivitäten durch ein Programm zur Gesundheitsversorgung und Familienplanung, welches die Lebenssituation der lokalen Bevölkerung verbessert.

Tourismus für Mensch und Natur

Kafa-Wald

Die Mitarbeiter des NABU und von NABU International setzen sich zudem für ein effektives Management des Kafa Biosphärenreservats ein. Um dies zu erreichen, wird in Zusammenarbeit mit den Behörden und der Verwaltung vor Ort Personal ausgebildet und finanziell unterstützt. Um das Biosphärenreservat bekannter zu machen, wird ein Informationszentrum aufgebaut, von dem aus künftig auch geführte Touren durch die Nebelwälder stattfinden sollen. Nachhaltiger Tourismus in der Region soll gefördert werden, damit auch die Menschen von dem Biosphärenreservat profitieren. Zugleich soll aber auch auf die Bedrohung der Nebelwälder Äthiopiens hingewiesen werden. Ein Weg, um beide Ansprüche zu vereinen, ist Ökotourismus. Nachhaltiger Tourismus bietet den Menschen vor Ort eine neue Einkommensquelle und kommt durch Öffentlichkeitsarbeit sowie durch konkrete Schutzmaßnahmen der Natur zu Gute. Ein effektives Management ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung des Biosphärenreservates, die auch von künftigen Generationen getragen wird. Um eine solche Struktur aufzubauen, benötigt der NABU Ihre Hilfe.

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Heimat des Wildkaffees endlich geschützt

NABU weiht UNESCO-Biosphärenreservat in Äthiopien ein

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Das Kafa-Biosphärenreservat in der Ursprungsregion des Arabica-Kaffees ist mit rund 760.000 Hektar etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein und zu einem Großteil mit Bergnebelwäldern bedeckt, die wildwachsende Kaffeesträucher beherbergen. Im Juni 2010 wurde das Gebiet in das weltweite Biosphärenreservats-Netz der UNESCO aufgenommen und nun offiziell vom NABU eingeweiht. mehr Mehr

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